Jedes Land hat ein anderes Klima und andere Krankheiten, die durch Zecken und/oder Stechmücken verbreitet werden. Straßenhunde haben ein erhöhtes Risiko, da sie Zecken und Stechmücken stärker ausgesetzt sind als ein Vierbeiner mit einem Zuhause bei Menschen, die sich kümmern.
Wir testen die Tiere nicht vor der Ausreise, da sie sich bis zum Tag der Abreise infizieren können. Zudem liegt die Inkubationszeit vieler Krankheiten bei mehreren Monaten, teilweise sogar bei Jahren.
Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die gängigsten Mittelmeerkrankheiten und deren Behandlungsmöglichkeiten. Bitte beachten Sie, dass es sich nur um einen Auszug handelt und die Behandlung stets durch einen Tierarzt erfolgen muss.
Ein positiver Titer bedeutet, dass Ihr Hund Kontakt mit dem Erreger hatte. Er muss jedoch nicht akut erkrankt sein. Gewissheit bringen weitere Blutuntersuchungen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt sind daher dringend zu empfehlen.
Falls Ihr Hund plötzliche Krankheitsanzeichen wie Mattigkeit, Gewichtsabnahme, Fressunlust, Fieber, Nasenbluten, Durchfall, Erbrechen, Blutarmut, angeschwollene Lymphknoten, Hautirritationen oder Haarausfall zeigt, suchen Sie bitte umgehend Ihren Tierarzt auf. Weisen Sie darauf hin, dass Ihr Hund aus dem Auslandstierschutz stammt und daher Mittelmeerkrankheiten berücksichtigt werden sollten.
❗ Wichtiger Hinweis
Bitte lassen Sie Ihren Hund 6 Monate nach dem Transport testen.
Anaplasmose
Ansteckung:
Durch Zecken.
Inkubationszeit:
Mehrere Wochen.
Verlauf:
Die Symptome sind meist unspezifisch.
Typisch sind Fieber, mangelnder Appetit, Lahmheit, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust.
Behandlung:
2–4 Wochen Antibiotikatherapie.
Babesiose
Ansteckung:
Durch Zecken.
Inkubationszeit:
Mehrere Wochen.
Verlauf:
Gestörtes Allgemeinbefinden und Fieber, gefolgt von Fressunlust, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit.
Behandlung:
Zwei Injektionen mit Carbesia®.
Ehrlichiose
Ansteckung:
Durch Zecken.
Inkubationszeit:
Mehrere Wochen.
Verlauf:
Die Symptome sind meist unspezifisch.
Typisch sind Fieber, Nasenbluten, Abgeschlagenheit und Atemnot.
Behandlung:
2 Wochen Antibiotikatherapie.
Hautwurm (Dirofilaria repens)
Ansteckung:
Durch Stechmücken, Milben, Flöhe, Läuse usw.
Inkubationszeit:
Tage bis Wochen.
Verlauf:
Oft zunächst asymptomatisch.
Im weiteren Verlauf kann es zu Hautknoten, Schwellungen, kahlen Stellen und Juckreiz kommen.
Behandlung:
Über 6 Monate hinweg monatliche Behandlung mit speziellen Spot-On-Präparaten.
Hepatozoonose
Ansteckung:
Durch orale Aufnahme infizierter Zecken.
Inkubationszeit:
2–4 Wochen.
Verlauf:
Unspezifisch.
Typische Symptome sind Fieber, Gewichtsverlust, Schmerzen in der Lendenregion sowie gelegentlich blutige Durchfälle.
Behandlung:
Eine vollständige Heilung ist nicht möglich.
Die Erkrankung kann jedoch mit Antiprotozoika unter Kontrolle gebracht werden.
Herzwurm (Dirofilaria immitis)
Ansteckung:
Durch Stechmücken, Milben, Flöhe, Läuse usw.
Inkubationszeit:
Einige Wochen bis mehrere Jahre.
Verlauf:
Abgeschlagenheit, Husten, Kurzatmigkeit und Würgen.
Behandlung:
Verschiedene Therapieansätze sind möglich:
Über mehrere Monate Behandlung mit speziellen Spot-On-Präparaten sowie Antibiotikatherapie.
In bestimmten Fällen zusätzlich Injektionen mit Melarsomin.
Leishmaniose
Ansteckung:
Durch Sandmücken.
Inkubationszeit:
Einige Wochen bis zu 7 Jahre.
Verlauf:
Unspezifisch, da es verschiedene Verlaufsformen gibt.
Beim Hund ist die Erkrankung häufig an Hautveränderungen erkennbar.
Behandlung:
Eine vollständige Heilung ist häufig nicht möglich.
Die Therapie konzentriert sich auf die Stärkung der körpereigenen zellulären Abwehr.
Behandlungserfolge werden meist durch eine purinarme Ernährung und die Gabe von Allopurinol erzielt.
Rickettsiose
Ansteckung:
Durch Zecken, Milben, Flöhe und Läuse.
Inkubationszeit:
Mehrere Wochen.
Verlauf:
Oft subklinisch oder mild.
Teilweise treten flächige Hautveränderungen mit typischen, flüssigkeitsgefüllten Pusteln im Bauchbereich auf.
Die Umgebung der Pusteln ist häufig wund und gerötet.
Behandlung:
3 Wochen Antibiotikatherapie.


